Blogeintrag | Proxmox
Von Sebastian Zettl am 26.02.2026
Virtualisierung spielt in der modernen IT eine zentrale Rolle, sei es im Rechenzentrum, in Unternehmen oder im Homelab. Sie ermöglicht es, Hardware effizient zu nutzen, Systeme voneinander zu trennen und flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. Vor allem für Leute mit einem HomeLab ermöglicht sie es diesen, eigene Services leicht zu erstellen und managen
Proxmox VE (Virtual Environemnt) (https://www.proxmox.com) ist eine Open-Source-Plattform für Virtualisierung und Containerisierung, die genau für diese Anforderungen entwickelt wurde. In diesem Blogartikel gebe ich einen Überblick über Proxmox: Was es ist, wie es funktioniert, wo es eingesetzt wird und welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt.
Was ist Proxmox?
Proxmox VE ist eine auf Linux basierende Open Source-Virtualisierungsplattform für Server. Mitfile von ihr kann man mehrere VMs (Virtuelle Maschinen) und Containern auf einem oder mehreren physikalischen Servern betreiben und verwalten. Im Gegenteil zu reinen Cloud Diensten, kombiniert Proxmox VE mehrerer Technologien in einer Oberfläche, für Unternehmen wie auch Privatnutzer:innen. Proxmox setzt komplett auf seinen Open Source Ansatz, wodurch es komplett ohne Lizenzkosten verwendet werden kann, obwohl es ein Abonnement für Enterprise Support gibt.
Wie funktioniert Proxmox?
Proxmox basiert auf Debian Linux und nutzt bewährte Open-Source-Technologien zur Virtualisierung und Verwaltung. Die komplette Administration erfolgt über ein webbasiertes Interface, das sowohl lokal als auch remote erreichbar ist.
Technische Basis
- Betriebssystem: Debian Linux
- Hypervisor: KVM (Kernel-based Virtual Machine)
- Container-Technologie: LXC (Linux Containers)
- Webinterface: Verwaltung über Browser
- Storage: Lokale Disks, ZFS, NFS, iSCSI, Ceph, etc.
Zentrale Konzepte
Proxmox gliedert sich in mehrere Kernbereiche:
Virtuelle Maschinen (VMs)
Virtuelle Maschinen emulieren vollständige Computer inklusive eigener Hardware. Jede VM kann ein eigenes Betriebssystem wie Linux oder Windows ausführen. Diese können dann einzeln und nach Belieben verwaltet werden.
Diese eignen sich besonders für:
- isolierte Serverdienste
- Betriebssysteme mit eigenen Kernel-Anforderungen
- komplexere Anwendungen
Container (LXC)
Container sind leichtgewichtiger als VMs, da sie sich den Linux-Kernel des Hosts teilen. Sie starten schneller und benötigen weniger Ressourcen. LXC sind nicht Docker-Container, sondern System-Container, die ein vollständiges Linux-Userspace bereitstellen und sich daher anders verwalten und einsetzen lassen.
Typische Einsatzgebiete sind:
- Webserver
- Microservices
- Entwicklungs- und Testumgebungen
Nodes und Cluster
Ein Node ist ein einzelner Proxmox-Server. Mehrere Nodes können zu einem Cluster verbunden werden, um:
- Hochverfügbarkeit zu ermöglichen
- VMs zwischen Servern zu verschieben (Live-Migration)
- Ressourcen zentral zu verwalten
Storage-Management
Proxmox unterstützt zahlreiche Speicherlösungen. Besonders beliebt ist ZFS, da es Snapshots, Replikation und hohe Datensicherheit bietet.
Backups können automatisiert erstellt und auf externe Speicher abgelegt werden.
Typischer Funktionszyklus
Ein typischer Arbeitsablauf mit Proxmox sieht folgendermaßen aus:
- Installation: Proxmox wird direkt auf der Hardware installiert. Dies kann entweder direkt, wie ein eigenes Betriebssystem installiert werden, oder es kann auf einem bestehen Linux Rechnern installiert werden.
- Node konfigurieren: Man konfiguriert den Proxmox Node. Sachen wie Netzwerk, Speicher und Benutzer können festlegt und verwaltet werden.
- VMs oder Container erstellen: Wenn man zufrieden mit der Konfiguration des Proxmox Nodes ist, dann kann man anfangen, VMs und Container aufzusetzen. Dies verhält sich ganz normal, mit der Auswahl eines Betriebssystems und dem Zuweisen von Ressourcen.
- Dienste betreiben: Auf diesen VMs und Container kann man dann die Services, Datenbanken und oder Anwendungen aufsetzen. Diese kann man wie ganz normale VMs verwenden.
- Snapshots & Backups: Danach sollte man auch regelmäßige Sicherungen und Wiederherstellungspunkte einstellen, wie man es auf einem normalen Server macht.
- Wartung & Monitoring: Zuletzt sollte man Monitoring aufzusetzen, für das Überwachen vom Ressourcenverbrauch wie auch Wartungswerkzeuge wie Logs und Updates.
Durch das Webinterface lassen sich diese Schritte ohne zusätzliche Tools durchführen.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
Proxmox VE ist komplett Open Source und kann ohne Lizenzkosten genutzt werden. Die Verwaltung läuft über ein übersichtliches Webinterface, sodass man viele Aufgaben ohne zusätzliche Tools erledigen kann. Praktisch ist außerdem die Kombination aus klassischen VMs (KVM) und Containern (LXC) in einer Oberfläche, weil man je nach Use-Case flexibel entscheiden kann. Für den Betrieb sind die Snapshot-, Backup- und Restore-Funktionen sehr hilfreich, da man damit schnell sichern und im Notfall auch unkompliziert wiederherstellen kann. Wenn man mehrere Server hat, lassen sich diese zu einem Cluster verbinden, wodurch Funktionen wie zentrale Verwaltung, Live-Migration und Hochverfügbarkeit möglich werden. Zusätzlich profitiert man von einer großen Community und guter Dokumentation, wodurch man für die meisten Themen schnell Lösungen und Beispiele findet.
Nachteile
Für komplette Anfänger:innen kann Proxmox am Anfang etwas überwältigend sein, da viele Optionen und Begriffe aus dem Server- und Virtualisierungsbereich kommen. Grundlegende Linux- und Netzwerkkenntnisse sind in der Praxis fast immer nötig, spätestens wenn es um Storage, VLANs, Firewall oder Rechteverwaltung geht. Außerdem ist Proxmox kein klassischer Cloud-Service, weil man in der Regel eigene Hardware betreibt und sich damit auch selbst um Dinge wie Updates, Backups und Ausfallsicherheit kümmern muss. Wer ausschließlich die Enterprise-Repositories mit entsprechend getesteten Updates nutzen möchte, braucht dafür ein kostenpflichtiges Support-Abo, auch wenn die Community-Repositories grundsätzlich frei verfügbar sind.
Links
- Offizielle Proxmox Seite: https://www.proxmox.com/en/
- Linux Containers: https://linuxcontainers.org/lxc/introduction/
- Red Hat – Linux Containers: https://www.redhat.com/en/topics/containers/whats-a-linux-container
- What is Proxmox: https://www.hornetsecurity.com/en/blog/proxmox/
- Banner image from: https://dashboardicons.com/icons/proxmox