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Projekt | Timelapse Android App

Von am 26.02.2026

Im Rahmen des Semesterprojekts im 3. Semester der Masterklasse Mobile habe ich die Android-App “Timelapse” entwickelt. Die Idee dahinter: Aus vielen einzelnen Momentaufnahmen wird automatisch ein visueller Zeitstrahl – als Video, das langfristige Veränderungen sichtbar macht. Egal ob Bartwachstum, Fitness-Progress oder das Wachstum einer Zimmerpflanze: Timelapse hilft dabei, diese Reise festzuhalten. Ziel des Projekts war ein alltagstauglicher MVP, der den kompletten Ablauf abdeckt: vom Erstellen eines Projekts über tägliche Erinnerungen und eine übersichtliche Tage-Ansicht bis hin zur fertigen Video-Montage, die sich teilen oder archivieren lässt.

Worum es in der App geht

Im Kern funktioniert Timelapse wie ein visuelles Tagebuch:

  • Nutzer:innen legen Projekte an (z. B. „Daily Selfie“ oder „Zimmerpflanze“).
  • Die App erinnert regelmäßig daran, neue Fotos aufzunehmen.
  • Alle Bilder werden zeitlich geordnet, mit Datum und optionalen Kommentaren gespeichert.
  • Auf einer kompakten Übersicht sieht man, wann man etwas aufgenommen hat, welche Tage besonders wichtig waren und wie sich das Projekt über Wochen und Monate entwickelt.
  • Aus dieser Sammlung erzeugt Timelapse auf Knopfdruck ein Zeitraffervideo, das die Geschichte des Projekts in wenigen Sekunden erzählt.

Zentrale Funktionen in Kürze

  • Projektorganisation: Mehrere parallele Timelapse-Projekte mit Titel, Beschreibung und individuellen Einstellungen.
  • Visuelle Timeline: Eine kombinierte Wochen- und Listenansicht zeigt, welche Tage schon dokumentiert sind und welche Lücken es noch gibt.
  • Erinnerungen: Konfigurierbare Benachrichtigungen, damit die tägliche Aufnahme zur Routine wird und die Timeline nicht abreißt.
  • Favoriten & Notizen: Einzelne Tage können hervorgehoben und mit kurzen Kommentaren versehen werden – etwa um Meilensteine oder besondere Momente zu markieren.
  • Automatische Video-Montage: Die App erstellt aus den Bildern ein Video, berücksichtigt Ausrichtung, Datum, optionales Wasserzeichen und Kommentare und bietet Konfigurationsmöglichkeiten für Qualität oder Textstil.

Technologie-Stack

Die App ist als native Android-Anwendung mit Jetpack Compose umgesetzt und nutzt moderne Android-APIs sowie eine klare Schichtung zwischen UI, Logik und Medienverarbeitung.

  • UI: Jetpack Compose + Material 3
    • Alle Screens (Projektliste, Details, Dialoge, Konfiguration) sind vollständig in Compose realisiert.
    • Material-3-Komponenten wie LargeFlexibleTopAppBar, Listen, Cards und Dialoge sorgen für ein konsistentes Look & Feel.
    • Ein zentrales TimelapseTheme verwaltet App-Theme (Light/Dark), Seed-Farbe und den Palette-Stil.
  • Material 3 Expressive & Material You
    • Die App nutzt Material 3 Expressive, um eine lebendige, charakterstarke Farb- und Typografie-Sprache umzusetzen – passend zu einer App, die persönliche Veränderungen dokumentiert.
    • Über einen integrierten Color Picker wählen Nutzer:innen eine eigene Akzentfarbe.
    • Aus dieser Seed-Farbe wird mit Material You ein komplettes Farbschema generiert, das sich konsistent über die gesamte App zieht.
    • Dadurch wirkt Timelapse auf jedem Gerät persönlich, bleibt aber immer klar strukturiert und gut lesbar – unabhängig davon, ob Light- oder Dark-Mode aktiv ist.
  • Video-Montage & Bildverarbeitung
    • Die Montage-Logik läuft in einem eigenen Modul:
    • Bilder werden anhand ihrer EXIF-Daten korrekt ausgerichtet.
    • Ein Canvas setzt die Frames zusammen, ergänzt Texte (Datum, Kommentare, Wasserzeichen) und kümmert sich um Hintergrundfarbe und Zensurflächen.
    • Ein Muxer erzeugt daraus ein MP4-Video, gesteuert über Kotlin Flows, die den Fortschritt an die UI melden.
    • So entsteht aus einer losen Sammlung von Bildern ein stimmiges Timelapse-Video, ohne dass externe Tools nötig sind.

Material 3 Expressive & Material You im Einsatz

Ein großer Fokus des Projekts lag auf einer modernen, adaptiven UI, die sich nach den Nutzer:innen richtet:

  • Dynamische Farbwelten
    • Durch den Seed-Color-Ansatz wirkt die App nicht wie ein statisch durchgestyltes Produkt, sondern wie ein Rahmen, der sich der jeweiligen Geschichte anpasst.
    • Projekte mit emotionalem Kontext (z. B. Schwangerschaft, Beziehungen, erste Wohnung) profitieren von den kräftigen, expressiven Paletten, die Material 3 bereitstellt.
  • Einheitliche, weiche Formsprache
    • Großzügige Rundungen (z. B. extra große Card-Shapes in Dialogen), expressive Typografie und bewusst eingesetzte Icons unterstützen den Tagebuch-Charakter der App.
    • Die App verzichtet auf überladene UI-Elemente und setzt auf Ruhe, Klarheit und Fokus – wichtig, wenn man sich über Monate immer wieder mit derselben Oberfläche beschäftigt.
  • Konsistentes Theming
    • Alle Bausteine – von Erfassungsdialogs über Erinnerungs-Settings bis hin zu Fortschrittsanzeigen bei Scans und Montage – hängen am gleichen Theme.
    • Änderungen an Theme, Palette oder Seed-Farbe greifen sofort durch, ohne dass einzelne Screens speziell angepasst werden müssen.

Herausforderungen & Learnings

  • Balance zwischen Einfachheit und Kontrolle
    • Nutzer:innen sollen einerseits „einfach nur“ ein Timelapse-Video erstellen können, andererseits genug Einstellmöglichkeiten für Qualität, Text, Stabilisierung und Privatsphäre haben.
    • Ein wichtiger Lernpunkt war, die Komplexität hinter klaren Dialogen und wenigen, gut erklärten Optionen zu verstecken.
  • Stabile, angenehme Timelapse-Videos
    • Kleine Fehler bei Skalierung oder Matrix-Transformation führen schnell zu Sprüngen oder abgeschnittenen Bereichen – hier war viel Feintuning nötig.
  • Durchgängiges Theming mit Material 3 / Material You
    • Seed-Farben, dynamische Paletten und unterschiedliche Palettenstile (z. B. Expressive) lassen sich mächtig kombinieren – aber nur, wenn das Theming-Konzept von Anfang an klar definiert ist.
    • Die wichtigste Erkenntnis: Ein zentrales Theme-Objekt vereinfacht langfristig alle Entscheidungen rund um Farben, Typografie und Component-Styling.

Fazit

Timelapse war für mich ein Projekt, in dem sich User Experience, modernes Android-Design und Medienverarbeitung sehr gut ergänzt haben. Die App zeigt, wie sich mit Jetpack Compose, Material 3 Expressive und Material You eine Oberfläche bauen lässt, die technisch anspruchsvolle Abläufe (zB. Videomontage) hinter einem einfachen, persönlichen Nutzungserlebnis versteckt. Besonders spannend war zu sehen, wie stark sich die Wahrnehmung der App ändert, wenn man eine eigene Farbwelt definieren kann und diese sich konsequent durch alle Screens zieht. In zukünftigen Schritten möchte ich die App um Themen wie Musik, Export-Presets und umfangreichere Sharing-Optionen erweitern – immer mit dem Ziel, den Kern beizubehalten: Veränderung sichtbar machen, ohne dass sich der Aufwand danach anfühlt.

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